Aktuellen Anlässen folgend wurde das Thema Trinkwasserspende als weitere Ökosystemleistung in unsere Untersuchungen integriert. Zur Analyse dieser komplexen Zusammenhänge kooperieren wir eng mit zwei Master-Studierenden, deren Abschlussarbeiten unterschiedliche Analyseziele nutzen: Ausgehend von verschiedenen Bestandestypen simuliert das Waldwachstumsmodell iLand zunächst den Einfluss des Schalenwildes auf die Mischungsanteile und die Bestandesstruktur. Die dort modellierten Bestandesparameter dienen als Eingangsdaten für das hydrologische Modell LWF BROOK90R, welches die potenziell mögliche Wasserspende erfasst. Die ermittelte Wasserspende wird abschließend durch Verrechnung mit gängigen Trinkwasser- oder Aufbereitungspreisen ökonomisch bewertet, wodurch eine quantifizierbare Kenngröße zur Bewertung dieser Ökosystemleistung generiert wird. Im Rahmen dieser Arbeiten untersuchen wir die Wasserspende unterschiedlicher Bestandestypen sowie verschiedener Wildeinflusszenarien und deren ökonomische Effekte auf die Bestandesformationen.
Zur Erfassung der Ökosystemleistung "Erholungsnutzung" haben wir eine deutschlandweit repräsentative Bevölkerungsbefragung im Zeitraum Februar - März 2025 durchgeführt. Über das engagierte Befragungsinstitut haben wir über 4.000 Befragte erreicht und konnten Rückmeldungen über die übliche Erholungsnutzung der Befragten in Wäldern bekommen. Es zeigt sich, dass unter den Befragten 47% mindestens wöchentlich ein Waldgebiet aufsuchen und 70% mindestens monatlich. Nur 10% der Befragten hatten innerhalb der letzten 12 Monate keinen Wald besucht. Wie erwartet war das Spazierengehen im Wald die häufigste Tätigkeit. Die übliche Entfernung, die unsere Befragten von ihrem Zuhause zum Wald zurücklegen, betrug im Mittel 6 km, wobei 47% der Befragten diesen Weg zu Fuß, 24% mit dem Fahrrad und 13% mit dem Auto zurücklegen. Auf unsere Frage, wie zufrieden die Teilnehmenden mit den Wäldern in ihrer Umgebung für die Erholungsnutzung sind, antworten 88% positiv und zeigen Zufriedenheit mit den vorherrschenden Bedingungen.
In dem in der Umfrage integrierten Choice Experiment wurde abgefragt, ob die Teilnehmenden einen Fond zur Förderung einer besseren Erholungsnutzung unterstützen würden. Wir zeigten daraufhin verschiedene Förderalternativen mit variierenden Waldcharakteristika, um die Präferenzen der Befragten mit der sogenannten Nutzenanalyse innerhalb des Choice Experiments abzuleiten. Es zeigte sich dabei, dass die Teilnehmenden Naturboden vor Schotter vor Asphalt als Wegeauflage bevorzugen. Ebenso wurden ungleichaltrige Wälder bevorzugt und auch für gemischte Wälder konnten wir Präferenzen erfassen.
Erste Zwischenergebnisse präsentieren wir bereits in den Pilotregionen, sowie auf nationalen und internationalen Tagungen und freuen uns darauf, bald auch ausführlichere Ergebnisse in Form von Publikationen bereitstellen zu können.